Corona hat das öffentliche Leben in Deutschland inzwischen fast zum Stillstand gebracht. Stark betroffen von der Krise ist auch der Tourismus – Reisen werden reihenweise storniert. Und seit Kurzem existiert eine weltweite Reisewarnung vom Auswärtigen Amt. Alles Wissenswerte zum Thema Reisen und Stornierung in Zeiten der Coronakrise erfährst Du in diesem Beitrag.

Täglich gibt es neue Daten und Informationen zur Ausbreitung des Coronavirus in Deutschland. Genauso dynamisch ist derzeit die Lage bei Reisen: Flüge werden gestrichen, zahlreiche Länder verhängen Einreiseverbote für Reisende aus Deutschland und Europa und aktuelle Reisewarnungen sowie die Liste der Risikogebiete werden ständig aktualisiert. Doch was bedeutet das für den Tourismus und für den einzelnen Reisenden?

Massive Auswirkungen auf Tourismusindustrie

Offizielle Zahlen, wie sich die Veränderung des Reiseverhaltens im Zuge der Coronakrise auf den deutschen Tourismus auswirkt, gibt es noch keine. Wie die Lage in der Hauptreisezeit zwischen Juni und Oktober aussehen wird, lässt sich derzeit nur schätzen. Klar ist, dass die Verunsicherung groß ist und viele Reisende sich mit dem Thema Stornierung auseinandersetzen. Dementsprechend wird auch in der deutschen Tourismusindustrie mit teilweise heftigen Auswirkungen der Pandemie gerechnet. So veröffentlichte der Deutsche Reiseverband eine aktuelle Blitzumfrage unter 800 Reiseunternehmen, die bereits jetzt Umsatzrückgänge von bis zu 75 Prozent beklagen. Die Lage wird sich Schätzungen zufolge noch weiter verschärfen, wenn diese Marktstörungen bis nach Ostern anhalten und die Einreisesperren für Deutsche im Ausland ausgeweitet werden. 

Auch die Deutsche Zentrale für Tourismus (DZT) rechnet mit einem Rückgang ausländischer Touristen – insbesondere aus China. Gerade chinesische Touristen tragen jährlich etwa 6 Milliarden Euro zum Umsatz des Tourismus in Deutschland bei. Hier erwartet die DZT einen Rückgang der Buchungen zwischen 17 und 25 Prozent.

Coronakrise: Die Flughäfen werden immer leerer – Adobe Stock / Stockeee
Stornieren – ja oder nein?  

Eine klare Antwort auf diese Frage gibt es nicht. Grundsätzlich kommt es auf das Reiseziel, den Reisezeitpunkt sowie auf etwaige Vorerkrankungen des Reisenden an. Die Verbraucherzentrale empfiehlt bei unmittelbar bevorstehenden Reisen sich über die Lage vor Ort zu informieren, d. h. ob etwa offizielle Reisewarnungen oder Einreisestopps vorliegen. In diesen Fällen ist eine kostenfreie Stornierung möglich. Hast Du bereits eine Reise für den Sommer gebucht, ist die Entscheidung deutlich schwieriger, da die Lage in ein paar Monaten noch nicht absehbar ist. Ratsam ist auf jeden Fall, sich die Stornobedingungen genau durchzulesen und den Reiseveranstalter zu kontaktieren. Viele Unternehmen bieten bereits jetzt Möglichkeiten für Umbuchungen und Sonderkündigungen an. Denn klar ist: Je länger Du mit der Stornierung wartest, desto höher sind die Stornokosten. Also, wenn Du sicher bist, dass Du auf keinen Fall verreisen möchtest – lieber früher als später stornieren. Grundsätzlich sind laut Verbraucherzentrale die Aussichten von Pauschalreisenden auf Kulanz der Reiseveranstalter günstiger als bei Individualreisenden. Diese sind auf freiwillige Stornierungsangebote von Fluglinien oder Unterkünften angewiesen.  

Sollte man überhaupt noch verreisen – wenn ja, wohin?

Waren es zunächst nur Reisewarnungen und Reisehinweise für China und Italien, so hat das Auswärtige Amt inzwischen eine weltweite Reisewarnung herausgegeben. Darüber hinaus haben bereits zahlreiche Länder, wie z. B. USA, Polen, Tschechien, Dänemark, Israel, Slowakei, Argentinien, Bolivien, Paraguay, Peru, Venezuela und Vietnam sowie Indien Einreisesperren für Touristen aus Deutschland und Europa verhängt. Andere Staaten schicken Eingereiste in Quarantäne – die Reisebeschränkungen ändern sich beinahe täglich. Daher wird es zunehmend schwieriger, überhaupt noch ein Reiseziel zu finden. Für nicht unmittelbar bevorstehende Reisen gilt deshalb: Zunächst abwarten, wie sich die internationale Lage bis zum Reisezeitpunkt entwickelt hat.

Corona: So gehen die großen Reiseanbieter mit Stornierungen um – Adobe Stock / Aleksei
Coronavirus: So reagieren Airbnb, Booking.com und Co.

Große Buchungsportale und Reiseveranstalter haben größtenteils als Reaktion auf die Stornierungswelle detaillierte Informationen zur Stornierung von gebuchten Reisen im Internet veröffentlicht. So stellt etwa Expedia.de Formulare zur Stornierung oder Umbuchung von Flügen, Hotels oder Aktivitäten zur Verfügung und rät zur Kontaktaufnahme bei Fragen und Unsicherheiten.

Booking.com hat Änderungen und das Stornieren von Reisen vereinfacht und teilt den Kunden Folgendes mit: „Wir haben einfache, eigenständig durchführbare Vorgänge eingeführt, mit denen schnell und einfach Reisedaten geändert oder Buchungen storniert werden können. Ihre Optionen ändern sich gegebenenfalls, abhängig von den Entscheidungen der (Reise-)Behörden. Melden Sie sich an, um die für Sie verfügbaren Optionen zu sehen.“

Bei Airbnb kommen spezielle Richtlinien für besondere Umstände zur Anwendung. Buchungen mit Reisedatum bis einschließlich 14. April 2020, die bis zum 14. März 2020 getätigt wurden, sind kostenlos stornierbar. Für spätere Buchungen bzw. zu einem späteren Zeitpunkt geplante Reisen gelten die üblichen Stornobedingungen.

Die Hotels die mit Secret Escapes zusammenarbeiten informieren teilweise selbst über mögliche kostenlose Verschiebungen der Reisedaten, vor allem in den Ländern, in denen Hotels auf Grund der aktuellen Lage schließen müssen. Secret Escapes bitte gerade bei Reisen in naher Zukunft auf entsprechende Mails zu warten und nicht den Kundenservice zu überlasten.

Stornieren bei Palitree

Was musst Du beachten, wenn Du Deine über Palitree gebuchte Unterkunft stornieren willst? Palitree ist ein soziales Übernachtungsnetzwerk, d. h. Du buchst Unterkünfte bei Freunden oder deren Bekannten. Kontaktiere Deinen Vermieter und besprich mit ihm wie Ihr in Deinem Fall eine gütliche Regelung finden könnt, wenn Du Deine Reise nicht antreten möchtest.

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