Die Planung einer Urlaubsreise, die das Prädikat „nachhaltig“ verdient, verlangt einiges an Organisation und Recherche.  Wenn Du außerdem noch mit Kindern verreist, macht das die Vorbereitung nicht gerade einfacher. Hier findest Du praktische Tipps, wie der nächste Familienurlaub garantiert nachhaltig wird und trotzdem allen Spaß macht.
Diese Unterkünfte sind nachhaltig

Der Urlaubsort ist gefunden – nun fehlt nur noch die passende nachhaltige Unterkunft? Besonders umweltschonend ist sicherlich der Camping-Urlaub im eigenen Familienzelt oder Wohnmobil. Wer doch etwas mehr Komfort im Urlaub möchte, findet durch das Sharing von privaten Ferienunterkünften vielleicht das Richtige – eine nachhaltige Alternative zu großen Hotelbettenburgen oder kommerziellen Ferienwohnungen sind diese auf jeden Fall. Und genug Platz für Spielzeug, Bücher und Co. bieten private Unterkünfte ebenfalls. Auch Bauernhöfe, inhabergeführte B&Bs oder Boutique Hotels, die auf die Schonung von Ressourcen setzen, z. B. durch eine ökologische Bauweise, eigene Energie- und Wärmeversorgung oder regionale Lebensmittel, sind gute Tipps für eine umweltschonende Familienreise. Es gibt auch Gütesiegel, mit denen grüne Hotels ausgezeichnet werden, an denen man sich orientieren kann, wie etwa im deutschsprachigen Raum die Viabono-Auszeichnung oder die ehc-Zertifizierung. Wenn diese Unterkünfte dann noch Attraktionen für Kinder bieten, steht dem nachhaltigen Urlaub mit der ganzen Rasselbande nichts mehr im Wege.

Das Sharing von privaten Ferienunterkünften kann so aussehen. (Adobe Stock / alfa27)
Zug, Auto oder doch Flugzeug?

Die umweltfreundlichste Transportmöglichkeit ist sicherlich der Zug. Bei vielen Fernreiseverbindungen gibt es die Möglichkeit, Familien- oder Kleinkinderabteile zu buchen – mit Wickeltisch sowie ausreichend Platz und Abstand zu den anderen Fahrgästen. Wichtiger Tipp: Bei einer Zuganreise solltest Du vorher unbedingt abklären, wie gut die Anbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln am Urlaubsort ist bzw. vorab einen Mietwagen buchen. Neben einer Bahnfahrt ist die Anreise mit dem eigenen Familienauto am nachhaltigsten, insbesondere wenn man mit vier bis sechs  Personen und einem neueren Modell mit geringem Schadstoffausstoß fährt. Kreuzfahrten und Flüge gelten aufgrund des hohen CO2-Ausstoßes als absoluter Klimakiller. Muss der Flug trotzdem sein, dann sind Direktflüge empfehlenswert – nicht nur wegen der geringeren Emissionen. Die wenigsten Kinder freuen sich über Zwischenstopps und lange Wartezeiten. Und wenn schon Fernreise, dann solltet Ihr diese auch für eine angemessene Dauer buchen, also nicht nur für eine Woche.  Als Faustregel lässt sich festhalten: Flüge nur ab 700 km Distanz und bei einem Aufenthalt von mindestens zwei Wochen. Zusätzlich hast Du auch noch die Möglichkeit, das produzierte CO₂ von den Flügen oder der Schiffsreise zu kompensieren. Das kannst Du beispielsweise über gemeinnützige Klimaschutzorganisationen – wie atmosfair – tun. Du gibst einfach Deine Flugdaten in den Rechner auf der Seite ein und findest heraus, wie viel CO₂ du verursacht hast. Gegen eine Spende spart atmosfair dieses CO₂ dann in mehr als 20 Klimaschutzprojekten ein und entlastet damit das Klima.

Die umweltfreundlichste und vielleicht sogar die entspannteste Möglichkeit mit Kindern zu reisen: Mit der Bahn. (Adobe Stock / WDR/ Knoff)
Ich packe meinen Koffer …

Wer schon mal mit Kindern verreist ist, weiß: Koffer packen ist immer eine Herausforderung! Wenn Du außerdem noch unter nachhaltigen Gesichtspunkten packen möchtest, umso mehr. Für Flugreisen gilt – für jedes Kilo wird mehr Treibstoff benötigt. Also, so wenig wie möglich einpacken. Auf der Packliste für den Sommerurlaub darf natürlich auch die Sonnencreme nicht fehlen, besonders für die Kleinen ist regelmäßiges Eincremen Pflicht! Doch die handelsüblichen Sonnencremes bringen allerlei Schadstoffe ins Meer. Umweltfreundliche Alternativen sind jedoch mit etwas Suche ebenfalls erhältlich. Wenn Du mit Deinen Kindern im Urlaub einen Ausflug machst, sind Essen und Getränke für unterwegs immer mit dabei. Was für viele zu Hause schon selbstverständlich ist, kannst Du einfach auf den Urlaub übertragen: Trinkflaschen zum Auffüllen und Brotdosen für den Snack zwischendurch sparen einiges an Plastikmüll. Auch die gute alte Einkaufstasche kannst Du für die Shopping Tour am Urlaubsort mitnehmen und die oft üblichen Plastiktüten einfach mal ablehnen!

Sonnencreme ist nicht gleich Sonnencreme: Auch hier gibt es ökologische Alternativen. (Adobe Stock / Alexander Borisenko)
Umweltbewusst im Urlaubsort

Ein nachhaltiger Urlaub bedeutet auch vor Ort Rücksicht auf Natur und Umwelt zu nehmen. Hierzu zählen umweltschonende Aktivitäten wie Fahrradtouren, Wanderungen, Schnitzeljagd oder einfach ein Picknick im Grünen – eben alles, was der Familie Spaß macht! Zur Erkundung des Urlaubsorts muss auch nicht immer das Auto genommen werden. Setzt Euch einfach mal in den nächsten Bus und schaut Euch die Gegend an. So lernt Ihr Land und Leute wirklich kennen! Und noch ein Tipp für alle Souvenirjäger: So schön Muscheln oder Strandgut als Mitbringsel auch sind – sie gehören an den Strand und nicht in den Koffer. Male mit Deinen Kindern doch zusammen ein Bild davon. Das ist in jedem Fall das ökologisch sinnvollere Souvenir, das Du später dann Zuhause einrahmen kannst. Und so erinnerst Du Dich immer wieder mit gutem Gewissen an Deinen wunderschönen grünen Urlaub.

Bildquelle: Adobe Stock / Natalia Kurzova