Die Gründer im Interview – kurz und knapp: Wie alles bei einem Bier begann und was der Name „Palitree“ eigentlich bedeutet?
1. Wie seid ihr auf die Idee von Palitree gekommen?

Stefan: Viele Start-ups entstehen ja aus einem konkreten Problem, das man als Gründer selbst hat oder kennt. So war es auch bei uns: Ich habe gemeinsam mit meinen Geschwistern eine Ferienwohnung in einem Ski- und Wandergebiet, die aber oft leer steht. Es waren auch in der Vergangenheit hin und wieder Freunde von uns drinnen, aber wir wollen sie nicht öffentlich an Wildfremde vermieten. Also haben wir uns gesagt, dass es doch klasse wäre, wenn man ein Tool hätte, damit nur ausgewählte Leute buchen können – also eben ein „AirBnB für Freunde und deren Freunde“.

Christian: Mich haben die vielfältigen Konzepte der Sharing Economy schon immer fasziniert. Und als wir dann gemeinsam bei einem Bier in besagter Ferienwohnung saßen, und Stefan mir von seinem „Problem“ erzählt hat, entwickeltes sich die Lösung quasi ganz von selbst. Wir wollten ja auch kein „me-too“ Produkt machen, sondern uns differenzieren und einen echten Mehrwert bieten.

2. War euch sofort klar, dass Ihr das Projekt gemeinsam umsetzen wollt?

Stefan: Eigentlich schon. Ich habe zu dieser Zeit selbst bei einem Start-up-Investor gearbeitet, hatte also schon rein beruflich viel mit Start-ups zu tun. Und nachdem diese Idee nicht nur gemeinsam mit Christian entstanden war, sondern Christian sich sowieso gerade beruflich umorientieren wollte, war das der perfekte Fit. 

Christian: Mit Palitree habe ich mir den schon lange gewachsenen Wunsch erfüllt, mein eigenes Start-up zu gründen. Es gab damals sogar gleichzeitig noch eine zweite Start-up-Ideen mit der ich mich intensiv beschäftigt habe. Die Entscheidung ist dann für Palitree gefallen, weil Stefan und ich von Anfang an von der Idee begeistert waren. 

Stefan Parhofer und Christian Lind, die Gründer von Palitree im Interview zur Gründungsgeschichte.
3. Wann seid ihr gestartet und was waren eure ersten Schritte?

Stefan: Zunächst haben wir erstmal – ohne tiefere Marktrecherche – unser Konzept auf ein paar Powerpoint-Folien hingeschrieben. Das ging recht schnell, aber war wichtig, um auch für uns festzustellen, ob wir die gleiche Vision im Kopf haben. 

Christian: Erste Marktrecherchen haben dann zu unserer Überraschung ergeben, dass es praktisch noch keine vergleichbare Plattform am Markt gab – eben ein crossover aus Buchungsplattform und Social Network. Das hat uns noch mehr beflügelt und wir haben ein sehr detailliertes Konzept erarbeitet. 

Stefan: Und neben dem „Was“ stand natürlich auch die Frage „Wie“. Ich selbst war noch in einem Fulltime-Job, und weder Christian noch ich können state of the art Datenbankprogramme schreiben. Also war klar, dass wir uns jemanden suchen mussten, der das für uns macht und dass wir dafür auch etwas Geld in die Hand nehmen müssen. Das hat aber super geklappt und ging leichter als erwartet.

4. Was bedeutet der Name Palitree?

Christian: Der Name setzt sich jeweils aus den ersten zwei Buchstaben unser beider Nachnamen zusammen. Also “Pa” und “Li”. Der Baum steht für das sich immer weiter verzweigende soziale Netzwerk. Und da „Pal“ im Englischen auch „Kumpel“ oder „Freund“ heißt, passt der Name perfekt zur Plattform und zu uns.

5. Was ist eure Zukunftsvision für Palitree?

Stefan: Wenn man ein Start-up gründet, muss man immer einen Spagat machen – einerseits pragmatisch und in kleinen Schritten starten, immer wieder nachjustieren und schnelle Lernzyklen durchlaufen – und andererseits die große Linie nicht aus den Augen verlieren. Unser Vision ist ganz klar eine vertrauensbasierte Sharing Economy, die nicht auf anonymen Bewertungen beruht, sondern auf persönlichen Beziehungen. So haben ja auch alle Frühformen menschlichen Wirtschaftens vor vielen tausend Jahren begonnen: Tauschhandel, mit Leuten, die man kennt und denen man vertraut.

Christian: Ja und jeder Mensch tickt da eben anders. Erstaunlich wenig Menschen fühlen sich bei dem Gedanken wohl, ihren eigenen Besitz auf einer öffentlichen Plattform wie Airbnb anzubieten. Weil die Grundidee von Palitree aber ist, dass jeder den Grad der „Öffentlichkeit“ für sein eigenes Sharing-Angebot ganz individuell einstellen kann, motivieren wir diejenigen zum „Teilen“ die bisher davor zurückgeschreckt sind. Die potentielle Zahl der Sharing-Anbieter, die wir mit unserem Ansatz erreichen und aktivieren können, ist viel, viel größer als bei öffentlichen Plattformen. Unsere Vision ist es, dieses enorme Potential Stück für Stück zu heben, und bei Palitree zukünftig nicht nur Wohnungen und Ferienhäuser im Angebot zu haben, sondern auch Wohnmobile, Autos, Boote, Werkzeuge und alles andere, was gut zum Teilen geeignet ist.